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Ambivalenz

Ambivalenz wird vielen Menschen nachgesagt. Umgangssprachlich wird sie auch häufig im Alltag gebraucht und beschreibt einen Zustand, der durch Ungereimtheiten charakterisiert ist. Ein Mensch der sich ambivalent verhält, verhält sich widersprüchlich und uneins. Auch in der Psychologie spielt das Thema Ambivalenz eine wichtige Rolle. Der gute Beobachter und hervorragende Psychologe Paul Eugen Bleuler beschäftigte sich eindringlich mit dem Thema. Er stellte viele Forschungen und Beobachtungen zu psychischen Krankheiten wie Schizophrenie und der, nach Bleuler, Unterform der Schizophrenie, des Autismus, an. Der Psychoanalytiker glaubte, dass Ambivalenz die Hauptursache psychischer Erkrankungen sei.

Ambivalenz

Auch in der Psychologie spielt das Thema Ambivalenz eine wichtige Rolle.

Ambivalenz als Urgrund der Schizophrenie: Formen der Ambivalenz

Das gleichzeitige Existieren von konträren Gefühlszuständen und Gedanken führe laut Bleuler beim Patienten zu einem unvereinbaren Moment, dass ihn zu Unbeweglichkeit bringen könne. Hierbei unterscheidete Bleuler unterschiedliche Formen von Ambivalenz. Zum einen beschreibt er die Gefühlsgegensätzlichkeit mit der affektiven Ambivalenz. Das konträre Nebeneinander von Bedürfnissen und Wünschen bezeichnet er als Ambitendenz und zuletzt nennt er die intelektuelle Ambivalenz, das gleichzeitige Auftreten von gegensätzlichen Gedanken die zu Konflikten im Patienten führen. Bei Schizophrenen und auch bei Autisten waren unterschiedliche Kombinationen der Ambivalenzen oder auch alle zugleich möglich. Autismus identifizierte er damals fälschlicherweise als eine Form der Schizophrenie. Das Individuum beschrieb er als egozentrisch und in sich gekehrt und weiterhin sei es durch die ambivalente Wahrnehmung der umgebenden Welt, nicht in der Lage seine Gefühle angemessen zu äußern.

Eugen Bleuler als wichtige Persönlichkeit der Psychologie

Bleuler war in vielerlei Hinsicht ein sehr fortschrittlicher und gut gebildeter Psychologe. Er stellte wichtige und auch heute noch sehr geschätzte Beobachtungen und Aufzeichnungen psychisch kranker Patienten an und setzte sich für die Verbesserung von Anstalten für diese ein. Von der reinen Verwahrung und Isolation in den Anstalten wollte er vollends abkommen und versuchte durch Aufmerksamkeit, Gespräche und Zuwendung die Symptome der Patienten zu lindern. Durch eine Form der Psychotherapie gelang es ihm auch, Schizophrenen und Autisten ein zumindest etwas leichteres Leben zu gestalten. Der Stand der Medizin reichte am Anfang des 20 Jahrhunderts nicht so weit, dass eine medikamentöse Therapie möglich war. Die Entwicklung der Psychologie und Psychiatrie als solche stand in den Kinderschuhen und “Verrückte” wurden schlicht in sogenannten “Irrenanstalten” verwahrt und verwahrlosten nicht selten auf Grund von mangelnder Hygiene, mangelndem Interesse und teilweise auch Angst.